Trail des 600 Boitheux – 33km durch Bunker, Burgruinen und belgische Wälder

Klasse Ausflug in die Ardennen

Lass mal in Belgien laufen! Im Abschluss an unser letztes Trail-Abenteuer beim Sauerland Höhenflug in Sundern Mitte Juni schmiedeten Jörg und ich sogleich neue Pläne. Nach einem intensiven Frühjahr mit vielen offiziellen Läufen hatte ich mir für den Sommer eine Wettkampfpause verordnet. Weniger laufen und ohne konkretes Ziel vor Augen. Da passte der Trail des 600 Boitheux in den Ardennen perfekt als Wiedereinstieg und Härtetest für den Köln-Marathon in vier Wochen. Als Distanzen wurden 11, 22, 33 und 55km angeboten. Wir entschieden uns für die 33er-Variante, garniert mit rund 1000 Höhenmetern.

Leider musste Jörg nach einer mehrwöchigen Verletzungspause auf 22km downgraden, hat aber damit alles richtig gemacht. Ein Vorbild an Vernunft. In Essen trafen wir uns mit Thomas, der eine Woche vor dem Jungfrau-Marathon nochmal seine Form testen und Andi, der erstmals Trailluft schnuppern wollte. Keine zwei Stunden später erreichten wir Theux unweit von Spa. Wir waren zeitig vor Ort und lümmelten entspannt in der Sonne herum. Nach einer Weile gesellten sich Thomas, Claudia und Sigrid zu uns. „Wenn die Belgier etwas Trail nennen, dann meinen die das auch so“, gab uns Thomas mit auf den Weg, der hier bereits im Vorjahr mitgelaufen war. Und er sollte Recht behalten.

Hürdenlauf im Trailformat

Hürdenlauf im Trailformat

Erste Besonderheit war nach wenigen Kilometern das Durchlaufen der gut erhaltenen Burgruine von Franchimont. Ansonsten führte die Route zunächst noch relativ flach und teilweise über Asphalt. Ich blieb bis km7 an Andi und Thomas dran, dessen Tempo aber eigentlich nicht meins war. Nach 12 km dann der erste Verpflegungspunkt mit Obst, Nüssen und Getränken. Andi und Thomas hatten hier etwas länger pausiert, so dass wir gemeinsam eines der Highlights des Tages in Angriff nahmen. Über rund 600 Meter ging es durch eine unterirdische Bunkeranlage, die nicht nur eine skurrile Laufkulisse bot, sondern gleichzeitig auch noch angenehm abkühlte. Ansonsten war es zwar keine Hitzeschlacht, aber mit rund 25 Grad in der Sonne schon gut warm.

Knüppelharter Waldboden

Knüppelharter Waldboden

Die besondere Herausforderung am Trail des 600 Boitheux war an diesem Tag für mich der knüppelharte Untergrund. Viele Wald- und Forstwege hatten schon länger kein Wasser mehr gesehen und beanspruchten die Gelenke gerade auf den ersten 15km extrem. Zudem wechselten sich Auf- & Ab-Passagen permanent ab, so dass ich vor allem im zweiten Drittel nur schwer in einen Rhythmus fand und Andi und Thomas sinnvollerweise wieder ziehen ließ. Bei km 22 hatte ich dann ein neues „Problem“. Meine Trinkblase war alle und der nächste Verpflegungspunkt erst für km26 angekündigt. Zum Glück hatten dazwischen Anwohner einen privaten Wasserstand errichtet, der sich nicht nur für mich als goldwert herausstellen sollte.

Reisegruppe on tour: Jörg, ich, Andi & Thomas (v.l.)

Reisegruppe on tour: Jörg, ich, Andi & Thomas (v.l.)

Am besagten offiziellen VP traf ich dann auch Jörg, der meinte, wir seien ja gleich im Ziel. Im Gegensatz zu ihm hatte ich aber noch sieben Kilometer vor mir. Denn die Strecken waren so angelegt, dass es eine Kernroute für alle gab und die längeren Distanzen immer wieder größere Bögen liefen. So mischte sich mit der Zeit alles durch. Weit später als vorab gedacht erreichte ich schließlich nach 4h:36min das Ziel.

Entspannt ließ unsere Reisegruppe von jenseits der Grenze den Lauf im Gras liegend Revue passieren. Es hätte zwar gerne noch einen weiteren VP geben sollen. Ansonsten aber war die Strecke anspruchsvoll, abwechslungsreich und von den Veranstaltern super ausgeschildert. Insgesamt eine top Organisation, für die wir Läufer gerade einmal 9 Euro Startgebühr gezahlt haben. Die belgischen Trails sehen uns auf jeden Fall wieder.

Über Michael (17 Artikel)
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